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Pressebericht der Cannstatter Zeitung - Untertürkheimer Zeitung vom 12.03.2008
(rw) - Am Wochenende feierte das Neugereuter Theäterle erfolgreich seine Premiere mit der Komödie „Wie man fällt, so liebt man“ von Donald R. Wilde. Die Vorstellung war ausverkauft. Das Publikum hat viel gelacht. Und so ging es los, als sich der Vorhang im Rupert-Mayer-Saal gehoben hatte: Angelika Plein inspizierte mit geschäftsmäßigem Blick und Ton als Dora Holberg das Wohnzimmer ihres 64-jährigen Vaters Wilhelm Richter.
Als dieser nach seinem Sechs-Kilometer-Jogging bei 30 Grad heimkeucht, attestiert die Karrierefrau aus der Versicherungsbranche ihrem Vater beginnende Demenz - und will ihn deshalb ins Altersheim schicken. Das Aufeinandertreffen von Dora, der Ordnungsfanatikerin und dem Individualisten Wilhelm, der nichts mehr findet, wenn jemand bei ihm aufgeräumt hat, bot dem Duo Gelegenheit für eine komödiantische Aufwärmphase. Auf der einen Seite ließ Plein ihre Dora funktionieren wie einen geölten Roboter, der bei Ungeplantem mit offenem Mund blockiert und schnappt wie ein Fisch auf dem Trockenen. Jürgen Massenberg überraschte als Wilhelm immer wieder mit seiner Geschmeidigkeit, mit der er kitzlige Situationen lächelnd meisterte, etwa, wenn er seinen Turnschuh als Handy benutzte, um einen Straßenbahntelefonierer als „leibhaftigen Armleuchter“ bezeichnen zu können. Die größte Anpassungsfähigkeit hatte der Regisseur bereits drei Wochen vor der Premiere bewiesen, als ihm der Hauptdarsteller ausfiel, weil der sich den Arm gebrochen hatte. So übernahm er kurzerhand auch dessen Rolle. Und diese brachte ihn selbst in den Rollstuhl.
Denn das zentrale Ereignis der Komödie ist Wilhelms Beinbruch auf der Flucht vor der männerverschlingenden Bella, mit der er sich erstmals verabredetet hatte und beinahe auf dem Restauranttisch vergewaltigt worden wäre. Inka Bauer fiel ihn als durchgeknallte Tangofurie so an, dass ihm alle Liebeslust radikal verging, allerdings nur temporär. Denn dann kam Karola Lehnbach. Dora hatte sie als Pflegerin eingestellt für den widerspenstigen, gipsbeinbehafteten Vater. Es war köstlich zu sehen, wie Christine Melchert diese Figur ausfüllte als Wunschpartnerin mit praktischer Vernunft, Zielbewusstsein, taktischem Geschick, Geduld, aber auch verletzbarem Gefühl.
Damit rollte die Geschichte unaufhaltsam auf das Happy End zu, dem Schlusstableau mit der ganzen Familie. Dazu gehörte noch Wilhelms zweite Tochter Jessica, verkörpert von der sympathischen Janet Clauss, die in unverkrampfter Natürlichkeit als Gegenpol zu Dora dem Vater Verständnis und Hilfe bot, bis sie sich zwischen ihrem Vater und ihrer künstlerischen Selbstverwirklichung entscheiden musste. Dann war da der Nachwuchs: Die 7-jährige Svenja Plein und der 14jährige Marvin Ereme spielten die Enkel mit einer erfrischenden Selbstverständlichkeit, die hoffen lässt, dass die strahlende Fröhlichkeit Svenjas und die coole Lässigkeit Marvins die Bühne weiter beleben. Nächste Vorstellung am 15. März, Telefon 535125
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